Vereinsausflug 2015 Altmühltal - Mandolinenclub 1920 Mülheim-Kärlich

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Vereinsausflug 2015 Altmühltal

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Das Altmühltal: eine einzigartige Fluss- und Naturlandschaft im Herzen Bayerns


Ziel der viertägigen Vereinsreise des Mandolinenclubs war in diesem Jahr das Altmühltal im Herzen Bayerns. Im Altmühltal entfaltet sich eine Urlaubslandschaft wie aus dem Bilderbuch, mit Wasser und Wiesen, bizarren Dolomitfelsen und duftenden Wacholderheiden, Burgen, Schlössern und romantischen Städtchen. Die Altmühl ist Bayerns langsamster Fluss aber auch mit 227 km der längste Nebenfluss der Donau. Auf ihrem windungsreichen Weg zur Donau mäandert sie an Treuchtlingen, Solnhofen und Dollnstein vorbei zur Bischofs- und Universitätsstadt Eichstätt und fließt über Kipfenberg (der geografische Mittelpunkt Bayerns), Kinding und Beilngries bis nach Dietfurt. Dort trifft sie auf den Main-Donau-Kanal, der von Nürnberg kommend durch Beilngries führt. Gemeinsam streben sie ab Dietfurt der Mündung in die Donau bei Kelheim entgegen.

Eine der schönsten Städte in diesem Naturparadies ist Beilngries, wo für 4 Tage das Quartier der 32köpfigen Reisegruppe war. Von hier aus wurden (mit der ortskundigen Reiseleiterin Maria) das untere und das obere Altmühltal mit einigen seiner schönsten Ziele erkundet. Gleich am Ankunftstag führte ein Rundgang durch die historische Altstadt in Beilngries zu den zahlreichen und gut erhaltenen Zeugen der langen Geschichte wie Stadtmauer, der Stadtpfarrkirche St. Walburga mit den charakteristisch grün gekachelten Türmen, den prächtigen Bürgerhäusern mit Treppengiebeln und zu den gepflegten Parkanlagen an dem Flüsschen Sulz.

Am zweiten Reisetag ging’s in südöstlicher Richtung nach Kehlheim. Von weitem sichtbar, hoch über der Donau steht die Befreiungshalle, die von König Ludwig I. von Bayern als Gedenkstätte für die siegreichen Schlachten gegen Napoleon in den Befreiungskriegen 1813–1815 in Auftrag gegeben und 50 Jahre später 1853 fertig gestellt wurde, ein weitgehend mit weißem Marmor ausgelegter Kuppelsaal mit 45 Meter Höhe und einem Durchmesser von 29 Meter, in dem 34 ca. 3,3 m große Siegesgöttinnen aus Carrara-Marmor aufgestellt sind.

Mit dem Schiff ging es weiter die Donau aufwärts durch den legendären Donaudurchbruch zum Kloster Weltenburg. Kloster Weltenburg ist eine Benediktinerabtei, die bereits um 617 gegründet wurde. Die barocke Klosterkirche beinhaltet ein eindrucksvolles Altarbild des Heiligen Georg und eine Brandenstein-Orgel aus dem Jahr 1728. In der Klosterbrauerei wird bereits seit dem Jahr 1050 Bier gebraut, weshalb Weltenburg mit der Bezeichnung „Älteste Klosterbrauerei der Welt“ wirbt. Im Klosterhof ist ein Biergarten eingerichtet, in dem man gut essen kann und in dem das „Weltenburger Kloster Barock Dunkel“ ausgeschenkt wird, das als bestes Dunkelbier der Welt ausgezeichnet wurde.

Die Kreisstadt Weißenburg in Bayern im Landkreis Weißenburg-Gunzenhausen war das Ziel des dritten Reisetages. Die Altstadt Weißenburgs zählt zu den beeindruckendsten Stadtkernen und Denkmalensembles der Region. Ausgehend von einer römischen Siedlung, (der Limes lag nur wenige Kilometer entfernt), entstand die Stadt um einen karolingischen Königshof und erhielt im frühen 14. Jahrhundert den Status einer Freien Reichsstadt. Das historische Stadtbild wirkt auf die Besucher wie aus einem Märchenbuch mit der fast vollständig erhaltenen Stadtmauer, dem gotischen Rathaus, der Stadtkirche St. Andreas und dem Ellinger Tor.

Nach der Mittagspause mit einem guten Imbiss und einem bayrischen Weizenbier ging die Fahrt weiter zum Großen Brombachsee. Der im Jahr 2000 künstlich angelegte See gehört zu den größten Talsperren Deutschlands. Er dient neben dem Hochwasserschutz im Altmühltal vor allem der Wasserregulierung für das regenarme Nordbayern. Dazu kann der See aus der Altmühl über den Altmühlsee befüllt werden. Über kleinere Nebenflüsse kann Wasser in die dem Main zufließende Regnitz abgegeben werden. Außer wasserwirtschaftlichen Zwecken dient der See vor allem der Freizeit und Erholung. Seine maximale Wassertiefe beträgt 32,5 Meter und er hat eine Uferlänge von 17,5 Kilometer. Leider vermieste uns ein kräftiger Regenschauer den Spaziergang am Seeufer entlang. Dafür wurden wir entschädigt mit einer traumhaften Rückfahrt durch das burgenreiche Altmühltal und einem herrlichen Blick vom Aussichtspunkt Hirschberg auf Beilngries.

Der Abend stand ganz im Zeichen der Geselligkeit. Im Wintergarten des Hotels „Zur Krone“ wurde der zwingend zu jeder Fahrt des Mandolinenclubs gehörende „Bunte Abend“ gefeiert. Neben lustigen Vorträgen wurden gemeinsam alte Lieder gesungen und die „Akkordeonband“ spielte zur Unterhaltung und zum Tanz auf.

Mit einigen Schunkelliedern auf dem Vorplatz der Stadtpfarrkirche St. Walburga wurde Beilngries verabschiedet und die letzte Etappe der Reise eingeleitet: eine interessante Führung durch die Bischofsstadt Eichstätt. Eichstätt hatte eine sehr lange Geschichte aufzuweisen. Bereits im 6. Jahrhundert v. Chr. befand sich eine kleine Ansiedlung ungefähr an der Stelle des heutigen Domes, die den Namen „Eistedd“ trug. Um 740 n. Chr. errichtete Winfried Bonifatius ein Kloster und Willibald von Eichstätt wurde zum ersten Bischof im Bistum Eichstätt ernannt. Um 880 wurden die Gebeine der hl. Walburga nach Eichstätt überführt; an ihrem Grab wurde 1035 ein Benediktinerinnen-Kloster gegründet. Im Mittelalter gab es viele Hexenprozesse in Eichstätt. Allein in den 14 Jahren von 1617 bis 1630 sind mindestens 185 Verhaftungen und Prozesse und 167 Hinrichtungen von 141 Frauen und 26 Männern wegen Hexerei nachgewiesen. Im Dreißigjährigen Krieg wurde die Stadt von den Schweden erobert und geplündert. 1634 wurden weite Teile der heutigen Innenstadt fast völlig zerstört. Bis Ende des 18. Jahrhunderts erfolgte dann der barocke Wiederaufbau der Stadt, so wie sie heute weitgehend erhalten ist. Marktplatz, Residenzplatz und der Domplatz mit dem Dom waren die wichtigsten Anlaufpunkte der viel zu kurzen Stadtbesichtigung, Eichstätt hat eine wesentlich längere Erkundung verdient und ist auf alle Fälle eine erneute Reise wert.

Beladen mit vielen Eindrücken endete der 42. mehrtägige Vereinsausflug des Mandolinenclubs mit einem Abschlussessen im Vereinslokal „Zur Sonne“ in Mülheim-Kärlich.

Bilder vom Vereinsausflug 2015 ins Altmühltal

Stationen der Reise:

Beilngries,
Kehlheim, Donaudurchbruch,

Kloster Weltenburg, Weißenburg, Brombachsee,

Eichstätt

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