Instrumente - Mandolinenclub 1920 Mülheim-Kärlich

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Instrumente

Kurzer Einblick in die Geschichte der Mandoline
(von Marga Wilden-Hüsgen, Mandolinenschule, Schott ED 7268)

Die Mandoline gehört zur Familie der Lauteninstrumente. Sie existiert seit Ende des 17. Jahrhunderts in der heute gebräuchlichen Form: stark gewölbter Korpus, unterständig befestigte Saiten, beim Querriegel abgeknickte Decke und vier in Quinten gestimmte Metallchöre. Die Mandolinenliteratur dieser Zeit ist in Tabulaturen erhalten.
Im 18. Jahrhundert erlebte die Mandolinenspielkunst ihre Hochblüte. Zu den ersten erhaltenen Werken dieser Zeit gehören die Konzerte für eine und zwei Mandolinen von Antonio Vivaldi. Er verwendete die Mandoline auch in seinem Oratorium "Juditha Triumphans". Diesem Beispiel folgten Georg Friedrich Händel in dem Oratorium "Alexander Balus", Giovanni Paisello im "Barbier von Sevilla" und Wolfgang Amadeus Mozart im "Don Giovanni". Seit dieser Zeit findet die Mandoline im Opernorchester Verwendung. Auch Komponisten wie Arnold Schönberg, Hans Pfitzner, Igor Strawinsky, Wolfgang Fortner und Hans Werner Henze verwendeten die Mandoline in ihren Werken.
Die Mandoline war im 18. Jahrhundert ein beliebtes Kammermusikinstrument. Zahlreiche Werke in verschiedener Besetzung sind erhalten. Bedeutende Komponisten, darunter Ludwig van Beethoven, Johann Adolf Hasse und Johann Nepomuk Hummel schufen Kompositionen für die Mandoline.
In der 2. Hälfte des 18. Jahrhunderts gaben die Mandolinenmeister Pietro Leone, Giovanni Battista Gervasio, Pietro Denis und Pietro Fouchetti Lehrwerke für Mandoline heraus, die uns heute einen genauen Einblick in die Technik des Mandolinenspiels dieser Zeit geben.
Zu Beginn des 19. Jahrhunderts wurde die Mandoline, bedingt durch den musikalischen Stilwandel, aus dem Musikleben verdrängt. In der italienischen Volksmusik aber lebte sie weiter, hier gerieten die Spieltechniken der Meister des 18. Jahrhunderts in Vergessenheit, das Tremolo wurde Hauptspieltechnik.
Ende des 19. Jahrhunderts bildeten sich die ersten Mandolinenorchester in Deutschland, ihre Mitglieder waren hauptsächlich Arbeiter. Über Salonmusik und Bearbeitungen gängiger Werke der Konzertmusik suchten sie Beziehung zur klassisch-romantischen Musik, die ihnen durch ihre gesellschaftliche Stellung verschlossen war. Dadurch verlor die Musik mit Mandoline den Anschluss an die musikalische Entwicklung des 20. Jahrhunderts.
Das Bewusstsein dieser Problematik regte, vor allem in den letzten 20 Jahren, eine Neuorientierung an. Die Erforschung der Geschichte der Mandoline führte zurück zur klassischen Instrumentalbehandlung.
Eine intensive Schulung der Laienmusiker setzte ein. Namhafte Komponisten wurden angeregt, für die Mandoline in der Kammermusik und im Zupforchester zu schreiben.
Heute ist die Mandoline ein vielgespieltes Instrument, das die Möglichkeiten einer reichen Vergangenheit ausschöpft. Der Mandolinist ist in der Lage, Literatur vom 18. bis zum 20. Jahrhundert stilgerecht zu interpretieren.


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Die Geschichte der Gitarre


Instrumente wie die Gitarre waren bereits vor 5.000 Jahren in Gebrauch. Ägyptische Zeichnungen zeigen Frauen, die Instrumente wie eine Gitarre aus der Zeit der Pharaonen spielen. Der Name Gitarre allerdings geht auf die Kithara, ein leierähnliches Instrument der griechischen Antike zurück. Davon leitete sich später das arabische Wort qitara ab, welches ein Instrument bezeichnete, das im 10. Jahrhundert von den Mauren nach Spanien gebracht wurde.
Die spanische Vihuela aus der Renaissance ist die Vorform der heutigen Gitarre. Sie hat einen schmalen Korpus und eine Wirbelplatte.
Frühgeschichte

Wann und wo zum ersten Mal auf einer Vorgängerin der Gitarre gespielt wurde, ist ungewiss. Abbildungen aus Mesopotamien und Ägypten von Saiteninstrumenten mit einem Hals sowie einem Resonanzkörper, weisen jedoch auf einen Ursprung in den frühen Hochkulturen hin.
Auch die Griechen spielten auf Saiten-Instrumenten, jedoch eines anderen Typs, den so genannten Jochlauten. Diese bestanden aus einem Schallkörper, der nach oben in zwei seitliche Arme auslief, welche mit einem Querholz verbunden waren. In den so gebildeten Rahmen wurden die Saiten gespannt. Eines dieser Jochlauten-Instrumente wurde damals als „Kithara“ bezeichnet; die etymologische Herkunft ist bis heute leider ungewiss.
Das Leierinstrument erfreute sich, nach der Eroberung Griechenlands von dort importiert, im römischen Reich großer Beliebtheit. Aber auch Saiteninstrumente mit Resonanzkasten und Hals waren in Gebrauch und machten sogar einen wichtigen Schritt in ihrer Entwicklung. Der ursprünglich längs über den gesamten Resonanzkörper hinweg gehende Hals wurde nämlich stattdessen an den Körper angesetzt, wie es bei heutigen Gitarren auch noch der Fall ist. Diese Instrumente wurden hauptsächlich von der Unterschicht gespielt, also auch den Soldaten, welche das Instrument während der Punischen Kriege (264-146 vor Christus) nach Spanien brachten. Hier grenzt sich der Begriff „Kithara“ jedoch von seiner griechischen Bedeutung ab und bezieht sich von nun an nicht mehr auf die ursprüngliche Jochlaute.
Mittelalter

Durch den Einfluss des Christentums änderten sich auch die Anforderungen an die Instrumente. Besonders die Entstehung der Mehrstimmigkeit forderte eine Weiterentwicklung der Bauform. Der Resonanzkörper wurde nun vorwiegend aus Brettchen zusammengeleimt und die Seitenteile nach außen gebogen, um dem Druck, der durch den angesetzten Hals ausgeübt wurde, standhalten zu können. Außerdem hatten die Instrumente keinen bauchigen Körper mehr, sondern einen zunehmend flachen, wie wir es von den heutigen Gitarren her kennen.
Zwar waren diese Instrumente auch im übrigen Europa bekannt, doch hauptsächlich wurden sie in Spanien verwendet. Seit dem Jahr 711 herrschten dort die Mauren, welche aus ihrer Heimat ein bereits voll ausgereiftes Instrument, die arabische Laute "oud", mitbrachten, welche ohne Bünde gespielt wird. Aus der Oud entwickelte sich in ähnlicher Bauweise die Renaissancelaute mit Bünden. Die Spanier entwickelten aus ihr die Vihuela, welche die selbe Besaitung aber einen Flachen Körper hat. Diese wurde weiterentwickelt bis zur heutigen Gitarre.
Renaissance, Barock und Romantik

Die Musik des 17. Jahrhunderts ist zum großen Teil in Form von Tabulaturen überliefert, nach denen, neben einigen damals sehr berühmten Berufsmusikern, auch viele Laien spielen konnten. Als jedoch in der Barockzeit die Musik akkordlastiger wurde, schaffte nur die „Guitarra“ die nötigen baulichen Anpassungen; die Vihuela starb aus. Auch diese Entwicklung vollzog sich auf spanischem Boden, mit geprägt durch Gaspar Sanz und seine Gitarrenschule („Instrucción de música sobre la guitarra española“), und so wurde die Gitarre mit der Zeit als „Guitarra española“ – nun fünfchörig – bezeichnet.
Mit dem Fortschreiten des Barock tendierte die Spielweise wieder vom „rasgueado“, dem Schlagen von Akkorden, zum kontrapunktischem Spiel, dem „punteado“, bis ein endgültiger Bruch schließlich in die Frühklassik mündete. Während dieser Zeit änderte sich die Besaitung der Gitarre ständig, da nun die Melodie, als tragendes Element, in den Vordergrund trat und viel experimentiert wurde, um neue Erfahrungen zu gewinnen.
Auf diese Weise wandelte sich die fünfchörige Barockgitarre letztendlich zur sechssaitigen Gitarre des 19. Jahrhunderts, mit einer robusteren und im Vergleich zu den vielen Verzierungen der Barockgitarre funktionaleren Bauweise. Für den Klang bedeutsam war der Einbau von Resonanzleisten, welche die Schwingungen auf den gesamten Körper übertrugen, so dass die Töne lauter wurden.
Spätgeschichte

Ihre klassische Epoche durchlebte die Gitarre hauptsächlich im deutschsprachigen (Wien) und französischsprachigen (Paris) Raum. Die Hauptkomponisten für das Instrument waren neben anderen in Paris Fernando Sor (1778–1839), Dionisio Aguado (1784–1849) und Napoléon Coste (1805–1883) sowie in Wien Mauro Giuliani(1781–1828) und Johann Kaspar Mertz (1806–1856). Schon in der Romantik führen jedoch einige Entwicklungen wieder nach Spanien. Der Gitarrist Francisco Tárrega (1852–1909) beschritt dort mit seinen bis heute üblichen Griff- und Anschlagtechniken neue Wege. Zur gleichen Zeit optimierte der Gitarrenbauer Antonio de Torres (1817–1892) die Gitarre in Form und Abmessungen, Anordnung der Resonanzleisten und mechanischen Details.
Zwar gab es im 20. Jahrhundert – auch bedingt durch elektronische Technologien – viele Neuerungen, doch deren Auswirkungen werden sich erst zu einem späteren Zeitpunkt abschließend beurteilen lassen. Die Torres-Gitarre ist bis heute die Grundlage einer jeden klassischen Konzertgitarre geblieben.


 
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